Magmell in Prag

14. Januar 2015

Kraft tanken für 2015: Ein Rückblick auf den Magmell-Jahresabschluss

ein Beitrag von Isabelle Guggolz

Immer wenn das Jahr zu Ende geht, nehmen wir uns bei Magmell Zeit, um gemeinsam zurückzublicken, aber auch Ausblicke zu wagen. Auf einer besonderen Reise an einen besonderen Ort. Inspirierend. Entschleunigend. Gern und oft kulinarisch geprägt. Auch im Dezember 2014.

Das Ziel ist Prag. Sehr vielversprechend. Wir zweifeln nicht daran, dass die tschechische Hauptstadt unseren Anforderungen nachkommt. Kultur, Postkartenmotive, ein Hauch osteuropäischer Charme. Nicht zu vergessen die gute Küche. Wir haben bereits davon gehört.

Freitag, 19. Dezember 2014

Nach einer 4-stündigen Autofahrt ist die Anlaufstelle zunächst eine kleine Pension. Unsere gemütliche Maisonettewohnung mit Blick über die Dächer hätte sicher noch den einen oder anderen Gast mehr beherbergen können – dennoch reicht die jetzige Besetzung aus, um während des Aufenthalts genügend WG-Atmosphäre zu erzeugen.

Ankommen. Einatmen. Aufsaugen. Wir starten mit einem gemütlichen Rundgang durch die Altstadt. Flusspromenade, Fassaden, Gassen und Plätze sind stimmungsvoll beleuchtet. Es scheint der richtige Ort zu sein, um das Jahr ausklingen zu lassen.

George Prime Steak. Das erste Highlight ist ohne Zweifel der Besuch im besten Steakrestaurant der Stadt. Der erste Eindruck: Unauffällig und schlicht. Fast etwas zu schlicht. Zumindest von außen. Meine Vermutung, hinter der zurückhaltenden Fassade könne sich nicht nur ein unspektakulärer Kern verbergen, bestätigt sich schnell. Trotz aller Warnungen – wir betreten den Laden. Vom Winde verweht, in Regenjacke und Wanderschuhen. Zweifelsfrei Touristen eben. Aber das ist egal. Was jetzt folgt, wird ewig in Erinnerung bleiben. Eine Dame mit Rollwagen steuert auf uns zu. Darauf aufgeschichtet verschiedenste Fleischsorten – einzeln eingeschlagen in weiße Tücher – sodass Struktur und Farbe im Querschnitt zu sehen ist. Dry-aged. Filet mignon. Porterhouse. Es folgt eine Einführung in die Welt der Steaks. Herkunft. Zubereitung. Besonderheiten. Eine Inszenierung des Geschmacks. Was später beim Essen folgt, ist Stille. Unterbrochen nur von einem breiten Grinsen auf jedem Gesicht. Ab und zu glückseliges Seufzen. Ein Erlebnis. Zweifelsohne. Ein Erlebnis, das man sich öfter gönnen sollte. Wir durchdenken Szenarien, wie sich dieser Ort mit unserer Agentur verbinden ließe. Das Fazit: In einer perfekten Welt würde dieser Koch nur noch für uns kochen. Täglich. Von 12 bis 13 Uhr. Zur Not mit Privatjet. Wir einigen uns, darauf hin zu arbeiten. Das Essen war perfekt. So perfekt, dass ein Bier hinterher zu schade gewesen wäre. Wir beschließen, uns das für den nächsten Tag aufzuheben.

Samstag, 20. Dezember 2014

Der Samstag beginnt kulinarisch nicht viel weniger spektakulär als der Freitag geendet hatte. Frühstück gibt es im Café Imperial. Das Buffet zaubert uns wieder ein Grinsen ins Gesicht. Cappuccino. Rührei mit Speck. Dazu Croissant und Marmelade. Cappuccino Nummer 2. Joghurt und Früchte. Vielleicht noch ein Schokohörnchen? Wir erinnern uns spätestens jetzt: Ein gutes Frühstück braucht Zeit. Zeit nicht nur, um zu überlegen, was man noch probieren könnte – Zeit auch, um sich über Kultur zu unterhalten. Puccinis Tosca zum Beispiel. Unser Abendprogramm an diesem Tag.

Den Tag über verbringen wir auf der anderen Seite der Moldau, auf dem Hradschin. Der Weg hinauf zur Burg ist steil. Das Kopfsteinpflaster – so alt und krumm wie viele kleine Grabsteine – werden meine Beine noch am nächsten Tag spüren. Wir besichtigen die Burg und den Dom und machen uns dann wieder auf den Heimweg, um rechtzeitig in der Oper zu sein.

Die Státní opera ist beeindruckend. So wie man sie sich vorstellen würde. Rote Samtsessel, goldene Balkone, Deckenornamente und Kronleuchter. Es gefällt uns hier. Das Stück beeindruckt. Die Sänger um Tosca sind ausdrucksstark und machen die Geschichte zu einem kurzweiligen Erlebnis. Auch ich als Opern-Neuling kann sagen: Sollte man wirklich gesehen haben. Gerne wieder.

Zum Ausklang wollen wir noch eine typische Bierkneipe in Prag besuchen. Auf Empfehlung kehren wir im »U Fleků« ein. Seit 500 Jahren wird hier eigenes Bier gebraut. Und das gibt es nur hier. Viele Gäste sind da. Überall laufen Männer mit Tabletts und Flüssigem. Wir bekommen noch einen Tisch. Kaum sitzen wir, stehen vor jedem ein Krug Dunkelbier und ein Schnapsglas. Es läuft. Kaum ist die Garnitur alle, ist schon die nächste da. Die verbliebenen 20 Minuten, in denen geöffnet ist, nutzen wir. Bilanz: 15 Bier, 12 Kurze. Die entsprechende Rechnung folgt.

Magmell in Prag

EIN RÜCKBLICK AUF DEN MAGMELL-JAHRESABSCHLUSS

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Sonntag, 21. Dezember 2014

Der Sonntag ist schon wieder der letzte Tag unserer Reise. Wie am vorangegangenen Tag wird ausgiebig gefrühstückt. Diesmal im Café Savoy mit seinen schönen bemalten Deckenkassetten. Wir sind angekommen in einem Zustand völliger Entspannung. Auch Franz Kafka tummelte sich hier früher gerne. Wir verstehen, dass solche Orte eine Quelle der Inspiration sein können. Vielleicht für eine Zeichnung. Vielleicht für den Anfang eines neuen Buches. Wir nutzen diesen Ort, um auf das Jahr 2014 zurück zu schauen. Auf Veränderungen und Erfolge, aber auch Wünsche und Ziele, die wir in Angriff nehmen möchten.

Vor der Heimfahrt besuchen wir noch das Obecní Dům – das Repräsentationshaus am Platz der Republik – in dem eine Art Nouveau Ausstellung untergebracht ist. Schlusspunkt der Reise wird ein Besuch im Kája Saudek Comics Museum. Klein, aber fein ist die Ausstellung, in der Leben und Werk des tschechischen Zeichners gezeigt werden. Ein junger engagierter Mann führt uns durch die Räume. Wie sich später heraus stellt, zeichnet er selbst leidenschaftlich Comics. Zwei Motive aus Saudeks Werken nehmen wir als gedruckte Andenken mit zurück nach Hause. Sie dürfen bald unsere Agenturräume zieren.

Unsere Reise geht zu Ende. Der Plan ist aufgegangen. Wir fühlen uns jetzt gänzlich entschleunigt und bereit, nach einer verdienten Pause wieder frisch starten zu können. Willkommen 2015.

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